13.05.2016 - STADTFINALE

Franzis, Wetzlar



SPH Bandcontest 2016 - Stadtfinale (13.05.2016, Franzis, Wetzlar)

Der Ticket-Vorverkauf lief extrem gut und überraschender Weise war bereits zu ersten Band das Franzis gerammelt voll.

Damit hatten wohl HELEN nicht gerechnet. Das letzte Mal haben sie noch

das Schlusslicht gebildet und jetzt durften sie das Stadtfinale eröffnen. Helen aus Marburg sind zwei junge Herren deren musikalischer Horizont weit fernab der Norm liegt. Nicht nur der effektive und experimentelle Einsatz von verschiedenen Instrumenten trug deren Garagen-Folk bei sondern auch die kontinuierliche tightness der beiden. Wie zuvor haben sie perfekt aufeinander gespielt und im Gegensatz zur Vorrunde um Längen besser mit dem Publikum agiert. Es wurde geklatscht, gesungen, getanzt und hie und da mal ein Küsschen verteilt. Helen ist was ganz besonderes aber leider hatten sie trotz vollem Laden das Los des Openers und somit hat es leider nicht für’s Regiofinale gereicht.

Das Franzis war heiß auf mehr und es bekam mehr.

 

Mit TREMAIRE kam die Menge so richtig in Fahrt und deren Post-Hardcore lies die Leute schreien, moshen und staunen. Selten durfte ich eine Band erleben, die in deren Genre so aufgegangen ist. Das Songwriting steht Genregrößen in nichts nach und der Sänger ist ein absolutes Highlight auf der Bühne. Er schreit, er singt, er mosht und springt so, dass es kein Halten für die ersten Reihen gab. Mitreißende Refrains und hervorragend gespielte Breaks werden von Musikern gespielt, die ihr Handwerk beherrschen. Einzig der Rest der Band dürfte sich ein wenig der Bewegungsfreude des Sängers anpassen. Allerdings ist dies Jammern auf hohem Niveau und Tremaire haben ganz verdient den dritten Platz belegt.

 

Der ganze Abend war mehr als qualitativ hochwertig, was dann auch die nächste Band präsentierte. OMEGA VIBE war die erste Band, die ich nicht kannte und darüber habe ich mich äußerst geärgert.

Sie boten ein Metalcore Feuerwerk, das seine Gleichen sucht. Von vorne bis hinten war Omega Vibe routiniert, brachial und super aufeinander abgestimmt. Von choreografierten Headbang Passagen bis hin zu dreistimmigen Gesang hat einfach alles gepasst. Die Songs waren äußerst abwechslungsreich und haben nur so vor Energie gestrotzt und trotzdem auch viel Dynamik bis hin zu Gitarrensoli dargeboten. Der Synthie-Einsatz hat kurze Atempausen gebracht um sich mal den Schweiß von der Stirn zu wischen und danach ging es sofort weiter. Der Frontmann hat die Band super vertreten und stach raus, da sich Omega Vibe als einzige Band des Abends Gedanken um das Bühnenoutfit gemacht haben: Alle(passend zum Backdrop) in weißen Shirts und schwarzen Hosen nur der Sänger in grau. Das Publikum und die Jury waren sich 100% einig und haben Omega Vibe auf den ersten Platz katapultiert.

 

Die zweite Band, die ich nicht kannte war KLANGSTURM und genau das war deren Erfolgsrezept. Eine wunderschöne Poprock Gruppe mit deutschen Texten. Hier wurde gleich klar, dass die große Menge an Publikum, die zur Unterstützung von Klangsturm kam nicht umsonst da war. Klangsturm haben musikalisch sofort überzeugt. Die junge Dame am Klavier und Mikrofon hat den gefundenen Sound perfekt ergänzt und es gab hervorragenden zweistimmigen Gesang von ihr und dem Frontmann. Eben dieser wusste ganz genau, wie er die Leute anheizte und somit blieb auch in den gespielten Balladen kein Fuß auf der Stelle. Klangsturm haben einfach bock gemacht! Sie haben viele Stunden im Proberaum verbracht und eine sehr tighte Show dargeboten. Man konnte über nichts meckern. Die Songs waren sehr schön poppig geschrieben und gingen direkt ins Ohr. Spätestens als das halbe Franzis gesungen hat was das klar. Die rockigen Einflüsse kamen nicht zu kurz mit toll gespielten Soli und einer ordentlich Portion Pepp vom Drummer. Das Ergebnis war äußerst knapp und Klangsturm haben absolut verdient den zweiten Platz belegt.

Langsam ging es dem Ende zu aber das konnte man dem Publikum nicht ansehen. Das Franzis war immer noch voll, die Stimmung ganz weit oben und es waren gefühlt 50°C.

 

Der krönende Abschluss eines glorreichen Abends wurde von TONIC WATER bestritten. Eine großartige Hardrockband aus Herborn. Wie beim letzten Mal war ich hin und weg von der kräftigen Stimme der Frontfrau. Normalerweise geht bei einer Hardrockband eine weibliche Stimme gerne unter. Aber nicht bei Tonic Water! Die tolle Kombination von einem knackigen Bass, toll gespielten Drums und einer brettharten Gitarre wurden nur getoppt von dem gekonnten Einsatz von Klavier und Synthesizer. Intros und diverse Einspieler haben für viel Abwechslung in den Songs gesorgt und auch hier wurde noch zu so später Stunde kräftig das Tanzbein geschwungen. Leider hat sich die Bühnenpräsenz der Hardrockband zum letzten Mal nicht viel verbessert. Aber auch hier ist das Jammern auf äußerst hohem Niveau, denn auch Tonic Water standen in Sachen Qualität den anderen Bands in nichts nach. Allerdings hat es hier auch leider nicht für eine Platzierung gelangt und Tonic Water kommen leider nicht ins Stadtfinale. Allerdings haben Sie schon erwähnt, dass sie auf dem Hessentag 2016 spielen und somit war das definitiv nicht das letzte Mal, dass wir von ihnen gehört haben!

 

Auswertung

Jury

Publikum

Durchschnitt

Helen

20,2%

15,1%

17,7%

Tremaire

22,1%

17,4%

19,7%

Omega Vibe

20,8%

26,0%

23,4%

Klangsturm

18,6%

25,6%

22,1%

Tonic Water

18,3%

16,0%

17,1%

 

Verfasser: Karl-Matteo Eifert // SPH
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Bandwertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Bands entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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