08.09.2017 - REGIONAL-FINALE

Goldene Krone, Darmstadt



SPH Bandcontest - 2017 Regional-Finale (08.09.17, Goldene Krone, Darmstadt)

Es gibt kaum etwas schwereres, als Bands zu bewerten, die bereits zwei Runden hinter sich haben und somit schon bewiesen haben, was sie können und wie sehr sie von ihren Fans unterstützt werden. Am 08.09.17 in der Krone in Darmstadt wagte sich die Jury des SPH Contests allerdings genau das! Der Abend steckte voller Energie, was hauptsächlich auch an dem hohen Anteil an Metalbands lag. Es gab zwei Sieger in diesem Regio-Finale und eine Wildcard wurde an den dritten Platz gegeben. Die anderen Bands dürfen sich aber absolut nicht als Verlierer sehen, da jeder sein Bestes gab und jeder Makel meckern auf hohem Niveau ist.

Pünktlich begann die erste Band vor (noch) beinah leerem Haus. Allerdings waren die Fans von ANTIMON trotzdem kaum zu bremsen. Die Mischung aus Folk, Polka und Symphonic Metal ist so eigen, wie die einzelnen Bandmitglieder. Hier stehen harte Riffs und gute Laune im Vordergrund.  Somit konnte der Start der Runde kaum schöner beginnen, als mit einem Lächeln auf den Lippen und Bewegung in den Beinen.  Der neu eingesetzte Keyboarder verschaffte der talentierten Sängerin mehr Luft zum Bewegen und auch mehr Möglichkeiten das Publikum anzuheizen. Leider gab es zuletzt keine Platzierung für ANTIMON.

Die LAW-MÄNNER sind genau in der Zeit aufgewachsen, in der Metalbands aufgehört haben Spandex zu tragen und ihre Haare hoch zu toupieren. Genau in dieser Zeit hatte Metal aufgehört glamourös zu sein und gestandene Männer konnten sich wieder in normalen Klamotten dem Eigentlichen widmen: Der Musik! Genau dafür stehen die LAW-MÄNNER. Heavy-Metal ohne Schnickschnack. Es ist einfach authentisch, was die Jungs da auf der Bühne präsentieren und jeder, der mit modernen Metal nicht viel anfangen kann, darf sich hier gerne seine Ladung Nostalgie abholen. Die Law-Männer sind eine großartige Truppe, allerdings gab es hier auch leider keinen Platz auf dem Treppchen.

Zum Thema moderner Metal… Die VALUES haben ein weiteres Mal die Wildcard bekommen, da sie verdient auf dem dritten Platz gelandet sind. Selten habe ich eine Band erlebt, die sich binnen kürzester Zeit von ‚gut‘ zu ‚großartig‘ mausert. VALUES steht für Melodic Hardcore Metal par excellence. Die Musiker laufen wie ein gut geöltes Uhrwerk und liefern einen tollen Job bei dem äußerst anspruchsvollen Songwriting, welches diverse Breaks und Tempowechsel enthält. Der Hörer wird mehrfach durchgerüttelt, aber immer wieder durch wohlklingende melodische Riffs auf die Tanzfläche zurückgeholt. Alles wird getragen von einem sehr talentierten Shouter, der zwar etwas mehr mit dem Publikum agieren könnte, aber seinen Job trotzdem verdammt gut macht! Großen Applaus und Glückwunsch zum dritten Platz.

Das harte Lineup wurde für eine Sondersendung unterbrochen. Hier kam, sah und siegte ZWIEBELGESCHMACK! Selten habe ich eine Band gesehen, die so präsent ist wie Zwiebelgeschmack. Es ist eine Band, die ihr ganz eigenes Flair mit auf die Bühne bringt. Hinten angefangen war ein Drummer, der unglaublich Spaß beim Spielen hatte, ein Didgeridoo, zwei Dudelsäcke, Acoustic- und E-Gitarre, bilden einen Jahrmarktähnlichen Zustand auf der Bühne, der gleichzeitig entertainend und auch skurril wirkt. Die Musik konnte man schwer in Worte fassen – am ehesten passt „Musik für die Fans“. Es hat einfach alles gestimmt und absolut begeistert. Rock und Rap Einflüsse gepaart mit den ungewöhnlichen Instrumenten hat einfach Laune gemacht. Hier wurde getanzt und das Publikum wahnsinnig viel mit einbezogen. Es wurde sogar auf vulgäre Art und Weise ein Song mit den Fans geschrieben. Dazu mehr bei deren nächster Show. Willkommen auf dem zweiten Platz!

Nach dem eher spaßigen Auftritt wurde es schlagartig wieder Ernst und ergreifend mit GENTLE GENT. Eine herausragende Prog-Rock/Metal Band aus Wiesbaden mit den besten Einflüssen von allen Prog-Größen! Mal eine Priese Steven Wilson, gepaart mit Opeth und einem kleinen Schuss Dream Theater hat den Stil dieser Band geprägt. Dank einer bereits veröffentlichten EP konnten die Herren die Routine durch die Aufnahmen nutzen und haben so eine Fehlerfreie und ergreifende Performance hingelegt. Teils waren die Riffs sehr subtil „Proggy“, aber oftmals auch sehr offensiv und konnten somit die richtige Dynamik auf die Zuschauer übertragen. Die meisten waren einfach nur gebannt von dem was dort auf der Bühne passierte. Tolle Musiker und verdient gab es hier den ersten Platz!

Die letzte Metalband des Abends CERTAIN SKYES betrat nun die Bretter, die die Welt bedeuten. Nach dem entspannten Zuhören war das Publikum wieder bereit bewegt zu werden und das haben die Jungs von Certain Skyes super gemacht! Der Trivium ähnliche Metal ist pure Motivation zu Moshen und zum Headbangen. Hier handelt es sich um sehr junge Männer, die jetzt schon wissen, was es heißt zu rocken und schon bald wird Certain Skyes ein Name sein, den jeder Metalhead in und um der Frankfurter Region kennen wird. Hier gab es leider keine Platzierung, aber haltet die Jungs im Auge!

Die Vorletzte Band begann einen äußerst willkommenen Stilbruch. Hier wurden die Kutten und die Stiefel gegen die Tanzschuhe eingetauscht. Die MADHOUSE MATADORES spielen Bluesrock und das leben sie auch! Mit lässigen Riffs, Trompete, Keyboards und Saxofon blieb niemand ruhig stehen. Das alles garniert mit einer tollen Stimme des Sängers sind die Matadores eine ernstzunehmende Rockband aus Wiesbaden. Tanzen, lachen und spaßhaben war das Credo des Auftritts und hier war der eigene Sound schnell gefunden. Schade, dass es hier keine Platzierung gab, aber das mag an der vorangeschrittenen Stunde gelegen haben.

Den Abend beendete die Band RESTING BITCH FACE mit einer Eins-A Rockperformance. Bewegung, satte Riffs und eine röhrende Stimme am Mic rockten die Krone zur Geisterstunde. Der Grungesound der Gitarre bildet das Rückgrat der Band und erinnert an Musik von Div. Musikhelden, die schon nicht mehr unter uns weilen. Dazu wurde ein wenig Post-Rock gemischt und schon hatte man eine einzigartige Mischung, für das Ende dieses Regio-Finales. Leider war der Saal zu dieser Stunde nicht mehr allzu gut besucht und somit konnten Resting Bitch Face nicht mehr so viele Stimmen erhalten, wie sie es vielleicht verdient hätten. Nichtsdestotrotz war es eine sehr solide Performance!

 

Platzierung

Jury

Publikum

Durchschnitt

Wildcard

1

Gentle gent

13,9%

19,3%

16,6%

 

2

Zwiebelgeschmack

12,2%

19,3%

15,8%

 

3

Values

13,3%

13,3%

13,3%

JA 

4

Madhouse matadores

14,7%

10,0%

12,4%

5

Certain skyes

12,5%

10,7%

11,6%

6

Resting bitch face

9,4%

11,6%

10,5%

-

7

Antimon

10,3%

10,0%

10,2%

-

8

Law-Maenner

13,6%

5,8%

9,7%

-

 

 

 

 

Verfasser: Karl-Matteo Eifert // SPH Bandcontest
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Bandwertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Bands entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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