20.11.2016 - PRE-FINAL

Terrace Hill, Hamburg



SPH Bandcontest 2016 - Pre-Finale (20.11.2016, Terrace Hill, Hamburg)

 Die Band SERGEANT DYSTOPIA aus Kiel eröffneten dieses Pre-Final im Terrace Hill vor schon recht gut gefülltem Haus. Es wunderte wenig, dass sie einen hervorragenden Start in den Abend lieferten. Junge Energie zeigte sich deutlich und es ist sehr passend, wenn man hier von alternativem Rock und unterschiedlichen Einflüssen spricht. Die Stimmung baute sich wunderbar auf und die Kieler Jungs hatten sicher nicht einen unangenehmen Moment auf dieser Bühne. Was sie am Ende von den ersten drei Plätzen fern hielt, war sicher weniger Ihre Musik, als die Performance, die für dieses Genre doch gern mehr Rock’n‘Roll Attitüde mit sich bringen könnte. SERGEANT DYSTOPIA boten einen Auftakt, wie man ihn sich für diesen Contest nicht besser wünschen konnte

Der Norden gab sich nun die Klinke in die Hand und die Flensburger Formation THE COMPANY legte ebenfalls mit Alternative Rock nach. Diese Band ist wirklich jung. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gelungenes Songwriting und eine Stimme in der Front, die in Ihrer Altersgruppe sicherlich seines Gleichen sucht. Musikalisch ganz weit vorn an diesem Abend, ist für THE COMPANY der Dritte Platz wirklich berechtigt. Man stelle sich vor, die Unsicherheit und der Wollpullover würde durch Performance und Charisma ersetzt. Dann wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn THE COMPANY die Reise in Finale angetreten hätten. 

Die CURVING LINES zeigten wie in dieser Runde noch ein Stück mehr Reife als in den vorangegangenen Shows. Musikalisch wohl am reifsten und mit ihrem Funkrock auch leicht zugänglich. Gute Stimmung brachten die Fans der Band schon mit und schnell wurde vor der Bühne ordentlich gefeiert. Die zwei schön anzusehenden Frauen in der Front begeisterten ganz bestimmt auch so einige Männeraugen. Kompositionell kann man sich manchmal etwas weniger Fülle wünschen, muss man aber nicht. Die CURVING LINES wollen offensichtlich ein Feuerwerk abfeuern. Und das ist an diesem Abend auf jeden Fall gelungen. Mit dieser Band hat man ein sehr solides Feuerwerk, aus dem man leicht mit einem Ohrwurm hervorgehen kann.

Nun wurde es mit BULLDRIVER deutlich massiver. Wem es nach Metal dürstete, der wurde endlich befriedigt. Und das auf sehr solide Weise. Wie nicht mehr viele Metal-Bands heutzutage zeigen BULLDRIVER ein klares Abbild. Dabei sind sie allerdings auch kein bisschen überraschend. Sie bedienen die Bedürfnisse eine Metal-Fans, ohne große Show-Schnörkeleien aufs Genaueste und auch hier, kam vor der Bühne deutlich gute Stimmung auf. Wer benötigt schon Entertainment für die Augen, wenn er sich mit Hingabe dem Headbanging zuwendet. BULLDRIVER waren enorm überzeugend und es hat nur an einigen wenigen Stimmen gefehlt, um in das Finale einzuziehen.  Dies ist definitiv eine der besten Metalbands im Untergrund des Nordens.

BASEMENT CHARACTER übten sich nun mit etwas mehr Punk-Rock und alternativen Einflüssen. Eine Band, die durchaus Spaß macht. Der Show und Entertainmentfaktor blieb aber auch hier ein wenig aus. Insgesamt konnte man diesen Jungs aber sehr gut zuhören und zuschauen, ohne daran die Freude zu verlieren. Manchmal wünscht sich der Hochfrequenzkonzertbesucher möglicherweise mehr Attitüde, wenn es schon um Punkrockvarianten geht.   

ACID HEAD überzeugten in den vergangenen Shows durch deutliche Entwicklung und verstörende Performance. Wie schwer es sein kann, eine Gradwanderung zwischen guter, glaubwürdiger Performance und dem Abgrund einer nicht mehr ernstzunehmenden Kuriosität zu begehen, erfuhren diese Jungs an diesem Abend wohl erstmals. Manchmal ist zu viel eben einfach zu viel. Wenn diese Band ihre verstörende Faszination zurückerlangen kann, wird sie noch von sich hören lassen.

Und dann waren da auch noch ZECKENHAND. Punk aus Hamburg. Am Anfang der Saison war diese Band weniger eine Band, als ein Haufen Punks, die ausversehen auf ihren Instrumenten rumprügelten. So der erste Eindruck. Und nun stand dort eine echte Punkband auf der Bühne.  Wild, roh und doch irgendwie auch gut anzuhören. Da ist echter Spaß auf der Bühne und vor ihr. Im Gegensatz zu ihrem Regionalfinale wirkte die Band zwar ruhiger, was aber der Musik zugutegekommen sein mag. Heutzutage tut es gut auch mal wieder deutliche Statements auf der Bühne zu sehen. In Zeiten von politisch zweifelhaften Entwicklungen und einem Zuwachs an verfassungswidrigen Grundhaltungen in Deutschland brauchen wir wieder mehr klares Statement auf unseren Bühnen. ZECKENHAND machen dies als Punkband gut vor. Vielleicht zeigen diese Jungs uns, wie viel Spaß es machen kann, auch wieder politisch, provokant und rebellisch auf einer Bühne zu sein.

Der Abend wurde durch ANOTHER DAY OF NOTHING beendet. Auf sehr anständige Weise und ebenso entspannt. Oldschool und authentisch kam der Wandsbek-Metal daher. Weil die drei so solide und scheinbar nicht einen Meter nervös waren, ließ sich doch auch locker ein Gläschen Champagner auf der Bühne schlürfen. Genaugenommen hat nur das Publikum getrunken, diese Band und ihr zwölfjähriges Bestehen sehr anständig gefeiert. Wenn eine Band so entspannt daherkommt, macht es schnell Spaß, ihr zuzusehen. Zu all dem zeigt diese Band die Attitüde der 90er Jahre aufs Beste. Energetisch und mit klaren Statements. Vom Bösen und vom Guten. Das macht ANOTHER DAY OF NOTHING definitiv besonders. Ein großartiger Abschluss.

Vielen Dank allen Bands, die in dieser Saison dabei waren und viele Shows zu ganz besonderen gemacht haben. Haltet zusammen, arbeitet hart und zeigt dieser Welt, was es heißt auf der Bühne zu stehen. Wir sehen uns.

 

Auswertung

Jury

Publikum

Durchschnitt

Platzierung

Acid Head

10,1%

5,8%

7,9%

8

Another Day of Nothing

12,3%

5,6%

9,0%

7

Basement Charakter

12,6%

13,3%

13,0%

4

Bulldriver

18,3%

18,3%

18,3%

2

Curving Lines

16,0%

21,0%

18,5%

1

Sergeant Dystopia

9,9%

8,7%

9,3%

6

The Company

10,1%

17,4%

13,8%

3

Zeckendhand

10,6%

9,7%

10,2%

5

Verfasser: Florian Roessler // SPH Bandcontest
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Bandwertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Bands entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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