28.06.2015 - STADTFINALE

Grüner Jäger, Hamburg



SPH Bandcontest 2015 - 38. Stadtfinale ( 28.06.2015, Grüner Jäger, Hamburg)

Diese Show machte einem Contest alle Ehre. Ein wahres Kontrastprogramm für Musikliebhaber aller Genre. Das ganze gepaart mit einem hohem Niveau an Darbietung und musikalischen Fähigkeiten.  

Eine erste Überraschung und ein Sieger für die Herzen, war an diesem Abend HOUFFOUET (Ufoue gesprochen). Ein deutschsprachiges Ensemble. Geige, Fagott, Gitarre und eine von Charme durchzogene, erzählerische Gesangsdarbietung, die seines Gleichen sucht. Peter Houffouet erzählt...so glaubt man... aus seinem eigenem Leben. Und schon nach einigen Minuten, hing das Publikum an seinen Lippen. Äusserst charmant und mit Ironie gespickt, erzählt Peter von Liebe und Leid. Von Lust und Leidenschaft, die dort auch mal Leiden schafft. Er berichtet von den Wundern des Lebens und den Fängen in die ein Mann geraten kann, wenn die Lust im Leben von ihm Besitz ergreift. 

Das ganze wird durch ein, im wahrsten Sinne des Wortes, wundervolles instrumentales Arrangement gestützt.  Der grad der Unterhaltung steigt mit Houffouet von Minute zu Minute und so sollte man die Chance ergreifen, diese "Musik von Hamburgs anderem Ufer" live zu erleben.    

Nun begann das Kontrastprogramm. INTERMENTALIS aus Lübeck, eine Junge Band mit großem Talent und einem scheinbar persönlichem Hang zur technischen Verliebtheit. Progressiver Hardrock reicht als Definition wenig. Kompositorisch für Musikliebhaber der härteren Art durchaus ein Ohrenschmaus. Die vielen durchdachten Wendungen in der Komposition und technische Feinheiten machten das Hörerlebnis sehr spannend. Die Energie der Musik fand sich zwar nicht vollständig in der Performance wieder, jedoch hat sich dadurch ein positiver Eindruck nicht verdrängen lassen. Intermentalis haben absolut das Potential mit ein wenig Reife zu einer interessanten Liveband heranzuwachsen.  

Nach kurzem Umbau betraten SCATTERTOON die Bühne. Eine wahre Überraschung. Eine Band zwischen Rock, Funk, Soul und einem ordentlichen Schuß an Hektik, die der eigens gegebenen Definition "Gecko Groove" wirklich eine Berechtigung liefert. Die Sängerin als anfänglich scheinbarer Mittelpunkt, wirkt extrem energiegeladen. Dieser Umstand führte zu einer erstaunlichen Erkenntnis während der Darbietung. Sobald Ruhe einkehrte, erhaschte das Publikum eine Frau mit enormen Sexappeal. Und plötzlich gewinnt die Musik ihre "Gekkoenergie" zurück und dieses Bild durch ein wirbelndes Wesen mit Gitarre ersetzt. 

Gut das dort noch so viel mehr auf der Bühne entsteht. Eine überraschende Gesamtdarbietung mit wechselnden Gesängen und Rollenverhalten. Schauspielerische Ansätze geben dem ganzen einen unterhaltsamen Schub, der auf so mancher Bühne vermisst wird. Nahezu ein Kunstwerk auf acht Beinen. 

Ein sehr unterhaltsames und bereicherndes Saxsophon. Eine Rythmusgruppe, die durch Ihre hüpfende Art und nahezu kaberetistischen Ansatz einen zusätzlichen Touch "Geckomanie" erzeugt. 

Diese Band begeisterte das Publikum auf ganz besondere Art. Verdient, denn so viel Eigenwilligkeit und Spaß an der Sache. So viel Energie und Unterhaltungspotential will belohnt werden. Auch wenn da in der Mehrstimmigkeit ein paar Noten durcheinandergeflossen sind, ist diese Band wohlverdient in die nächste Runde geklettert. 

Als vierte Band kamen SOUNDSTORY zum Zug. Und die Jungs sollten einen wirklichen Hoppla-Effekt erzeugen. Nochmals ganz anders kamen sie daher. Wer diese Band schon in der letzten Runde erlebte, sollte eine Wandlung erleben, die nicht zu ignorieren ist. 

Jung kommen sie daher. Und mit Erstaunen lassen sie einen zurück. Musikalisch ein klarer Einschlag zum Alternative Rock und in vielen Dingen an Größen erinnernd, die wir schon vor der Jahrtausendwende aus England kannten, erfrischt einen doch die Energie, die da plötzlich über das Publikum ergossen wird. 

Diese Jungs haben in ein paar Monaten so sehr an sich gearbeitet, dass sie nun plötzlich in der Lage sind, ein Publikum, welches wirklich verwöhnt wurde, auf Ihre Seite zu ziehen. Beeindruckte und Überraschte Gesichter machten sich im Publikum breit. Der Sänger verbreitete überzeugend energetisch den Spaß, der ihn in seinem Element sichtlich durchfloss. Die Jungs an seiner Seite zeigten Souveränität, die vor Wochen noch nicht zu erkennbar war. Und endlich war auch ein Schlagzeuger vor Ort, der neben Scattertoon, sich der Performance bewusst war und mit zügelloser Energie auf seine Felle eindrosch. 

Ein emotionaler Höhepunkt und nicht das erste Mal an diesem Abend hörte man Stimmen aus dem Publikum die sich da zuraunten: "Geile Band!"  

Dann wurde es Laut. REVENDARIA. Power Metal aus Schleswig Holstein. Jung und zügellos kommen die sechs in schwarz daher. Sehr solide liefern sie eine klare Show, wie sie im Metal der 90er gern gesehen war. Kaum traut man dem Sänger die Bühne zu, so wächst er plötzlich zu einem wahren Titanen, sobald er sie betritt und der Raum wird merklich aufgeheizt.

Die Fans sind begeistert und jubeln Ihrer Band zu. Fressen Ihr nahezu aus der Hand. Coole Metalattitüde erfüllt den Raum und die sechs Metaller haben puren Spaß. Am Ende stehen sie auf Platz zwei. Freuen wir uns also erneut auf die kommenden Metaltitanen in einem Regionalfinale.  

Als wären Revendaria die Vorboten. Nun wurde es noch härter mit COOKIE PARK. Der recht sanft anmutende Name täuschte über das kommende hinweg. Auch wenn das "Cookie Monster", hierzulande eher als Krümelmonster bekannt, kurz herumtobte, war das kommende nichts für empfindliche Ohren. Die Sesamstraße hat ihren pädagogischen Auftrag hier deutlich verfehlt. Oder auch nicht, denn an Energie schien es kaum zu mangeln. Ein wenig Schminkzeug hier und ein böser Blick dort und schon kauft man den Jungs auf dieser Bühne fast alles ab. Zeitweise sprühten Funken von purer Wut. Der charismatische Sänger von Cookie Park strotzt vor Ego und Überzeugungskraft. Teilt die Menge und lässt sie los. Selten sah man eine "Wall of Death" im Grünen Jäger. Aber Cookie Park machten es möglich 

Auch hier wurden Erinnerungen geweckt. Diesmal an den Jungen Phillip Anselmo der sich in den 90ern seinen großen Namen machte, gesanglich jedoch auch noch eine Wagenladung mehr Größe mit sich brachte. 

Auch wenn in der Gesamtheit, den einzelnen Musiker noch etwas Reife fehlte, gingen Cookie Park schwer überzeugend von der Bühne und hielten Ihre Attitüde bis zum Schluß durch. Böse! 

Überzeugte Fans. Ein erster Platz. Wir sehen uns im Regionalfinale. 

Wie sollte es anders sein an einem solchen Abend. Am Ende ein stimmungsvoller Abschluss. Electropop aus Rostock.

UNPAINTED BLUE zeichneten ein sehr schönes Bild mit Ihren zeitweise sanften klängen. Ein Bewegungsfreudiger Junger Mann an den Tasten steuert durch das Arrangement und stützt eine äusserst talentierte und schöne junge Frontfrau.

Ihre Stimme beginnt zeitweise zu verzaubern und ihr Anblick in sanften Licht erscheint, als würde dort bald eine große Frau erblühen.

Etwas Plump kommen daneben, die scheinbar themenfremden Anmerkungen eines Gitarristen daher und werfen zeitweise einen Schatten auf das Gesamtbild und den eigentlichen Mittelpunkt des Geschehens. Darüber lässt an diesem Gesamtspektakel gut hinwegsehen und Unpainted Blue führen an einem gelungenem Abend das Geschehen mit einem träumerischen süssem Dessert zum Ende. Durch Unpainted Blue wurden noch ein paar Beine zum tanzen animiert und so scheint es, als würde sich tatsächlich ein Bild zeichnen, das nur so lang andauert, wie die Musik erklingt. 

Hier das Ergebnis im Detial:

Auswertung Jury  Publikum  Durchschnitt
Cookie Park 13,3% 30,2% 21,8%
Houffouet 14,8% 10,7% 12,7%
Intermentalis 12,2% 10,1% 11,1%
Revendaria 14,2% 21,3% 17,8%
Scattertoon 15,7% 13,6% 14,6%
Soundstory 15,7% 10,1% 12,9%
Unpainted Blue 14,2% 4,1% 9,2%
Verfasser: Florian Roessler // SPH
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Bandwertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Bands entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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